Das Deutsche Werkzeugmuseum, Haus Cleff und das Stadtarchiv Remscheid – drei kulturell-kommunale Angebote der Stadt Remscheid, die heute in unmittelbarer räumlicher Nähe im Stadtteil Hasten zusammenliegen. Der organisatorische Verbund der ursprünglichen Einrichtungen erfolgte bereits 1925, der offizielle Zusammenschluss zum Historischen Zentrum der Stadt Remscheid (HIZ) in der heutigen Form 1995. Als kommunaler Identifikationsort verbindet das HIZ museale Lern- und Erlebnisorte mit städtischem Gedächtnis.
Gute 30 Jahre später gab Museumsdirektorin Dr. Gisela Parak den Anstoß für einen gemeinsamen Auftritt. Ihre Idee war es, das HIZ als ganzheitliches Kulturangebot unter einer Dachmarke zu vereinen, mit neuem Logo und neuer Website. Mit der Entwicklung und Umsetzung wurde Robin Branding beauftragt. Das Ergebnis: Die neue Marke schafft, was bislang fehlte – präsente Sichtbarkeit nach außen und erlebbare Zusammengehörigkeit nach innen.
Die neue Markenarchitektur des HIZ basiert auf der Fusion inhaltlicher und formaler Konstanten und Aspekte, die unmittelbar vom Ort, den Gebäuden und dem gestalterischen Vermächtnis eines Nachfahren ihrer Bewohner abgeleitet wurden.
Die Dachmarke nimmt als streng konstruierte Grotesk-Versalie Bezug zur traditionellen Bauweise der Region. Als zentrale Initiale zitiert sie das statische wie charakteristische Prinzip des Fachwerks, ergänzt durch eine Antiqua-Serife, deren historisierender Charakter auf den stadtgeschichtlichen Kontext verweist.

Ergänzend zum prägenden Dachzeichen werden die einzelnen Häuser durch gleichwertige ikonografische Symbole vertreten. So stehen das Sheddach des Industriebaus, die barocke Portalfront des Patrizierhauses sowie die strenge Kubatur des Archivgebäudes mit ihren baulichen Spezifika für das jeweilige Angebot innerhalb des Dreiklangs.
Deren Ästhetik, Systematik und Farbigkeit verweisen wiederum auf einen prominenten Nachfahren der Familie Cleff: Gerd Arntz. Der 1900 in Remscheid geborene Künstler ist als Mitentwickler der Bildstatistik-Methode „Isotype“ ein prägender Gestalter des 20. Jahrhunderts. Seine ikonografische Bildsprache beeinflusst die visuelle Kommunikation bis heute.
Für die einfache wie differenzierende Kennzeichnung der HIZ-Angebote waren seine Systematik, Formensprache und Farbwelt für uns Impuls und Ausgangspunkt zugleich.


Wer die Arbeiten von Gerd Arntz kennt, findet im Corporate Design des HIZ noch weitere formale und inhaltliche Parallelen: Das holzschnitthafte Spiel von Hell und Dunkel, von positiver und negativer Fläche sowie die Haus-Motivik als wiederkehrendes Sinnbild aus seinen gesellschaftskritischen Werken. Die neue Marke spricht die Sprache des Ortes und verbindet Geschichte mit den Ansprüchen der Gegenwart.
Als Identifikationsorte und bauliche Denkmäler sind die Gebäude des Ensembles sicht- und erlebbare Konstanten einer wechselvollen Nutzungsgeschichte. Das HIZ betrachtet sie daher nicht als Objekte einer abgeschlossenen Vergangenheit, sondern als lebendige Dokumente einer vielschichtigen Stadtgeschichte. Zukünftige Ausstellungen sollen verstärkt die Geschichten derjenigen erzählen, die diese Orte gebaut, bewirtschaftet und bewohnt haben – von den Menschen, deren Arbeits-, Handels- und Migrationsgeschichten diese Orte geprägt haben.
Ein umfassender und differenzierter Blick auf die Gesamtheit der Gesellschaft, die den Ort geprägt hat. Ein inhaltlicher Schulterschluss mit dem Werk von Arntz, der das gesellschaftliche Konstrukt mit seinen Schichten, Ebenen und Klassen kritisch und bildhaft sichtbar gemacht hat.


Die neue Marke entstand im engen Austausch mit Dr. Gisela Parak und dem Team des HIZ. Eine bereichernde Zusammenarbeit, die gelingen konnte, weil alle Beteiligten gemeinsam nach den besten Lösungen gesucht haben: kreativ, offen und manchmal auch ungewöhnlich. Das Ergebnis ist ein dynamisches Corporate Design für einen Kulturort in Bewegung.

